Anfang Dezember wollen wir die Taufe von Maya machen. Sven war (bzw. ist) gegen die Taufe, aber ich hab mich durchgesetzt! Ich finde taufen einfach wichtig und möchte Maya gerne ein paar “religiöse Werte” vermitteln und wenn sie später mal groß ist und das alles für Schabernack hält, kann sie auch immer noch wieder austreten. So!
Tja, nach der Taufe wollten wir eigentlich im engsten Familienkreis (Omas&Opas, Uromas und -opa, Geschwister von uns, Paten) für n Stündchen zusammen sitzen und Kaffee trinken. Wäre alles zu schön gewesen und ich hab mich schon soooooo gefreut und fleißig Einladungskärtchen gebastelt…..
…hätte ich nur keine so sturen Böcke als Eltern….wie komm ich nur auf den Gedanken, das sie sich an einen Tisch setzen würden??????? Nein, man kann auch ja nicht mal für ne Stunde über seinen Schatten springen und vielleicht mal statt an sich selbst, an sein Enkelkind denken?! no chance.
Entweder kommt meine Mutter mit ihren Eltern oder halt mein Vater mit seinem Vater….und da ich mich wahrlich nicht entscheiden kann, wen ich nun lieber dabei habe….fällt nun mal wieder die Feierei flach.
Wir werden alle zusammen in die Kirche gehen und am Abend dann, wollen wir lediglich mit den Paten essen gehen. Das wird auch schön, ich weiß es, aber noch schöner wäre es, wenn mal alle wieder zusammen an einem Tisch sitzen würden. Ich muß mich wohl damit abfinden, dass es das nie wieder geben wird
Schad´ drum….vielleicht sehen sie auch irgendwann mal ein, was sie durch ihre Sturheit alles verpasst haben…..Hochzeit der Tochter, Taufe Enkelin…..
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Maxi
20. November 2006 | 15:561
“religiöse Werte”??? Damit sind ja zweifellos Tugenden gedacht, die sich in einer funktionierenden Gesellschaft ohnehin (da sinnvoll) durchsetzen, die da wären: Ehrlichkeit, Vertrauenswürdigkeit, Freundlichkeit, Teamfähigkeit etc.
Korrekt wäre meiner Ansicht nach deswegen die Einstellung: “Hinterher kann sie ja immer noch EINtreten wenn sie will”
Einfach mal mitlaufen “weil man das halt so macht” ist bestimmt nichts, worauf ein Kind später mal stolz sein wird.
MrsWilliams
20. November 2006 | 17:312
glauben mit auf den lebensweg zu geben, ist sicherlich nicht falsch. an was maya mit 18, 27 oder 63 glauben wird, liegt nicht mehr in eurer hand, aber gewisse werte zu vermitteln und den weg zu pflastern, ist auf jeden fall richtig.
später, wenn sie alt genug ist, kann sie immernoch selbst entscheiden, ob sie den weg, den du ihr gezeigt hast weiter gehen möchte oder nicht, jedenfalls hast du nicht versäumt ihr diese türe offen zu halten…
Maxi
20. November 2006 | 18:383
Das sehe ich anders. Gewisse Werte zu vermitteln ist absolut richtig und wichtig. Für oder gegen einen wie auch immer gearteten Glauben soll sich der Nachwuchs dann aber doch bitte selber entscheiden. Ich könnte mein Kind nicht guten Gewissens taufen und in dem Glauben aufwachsen lassen, dass der christliche Gott der einzige Gott ist. Zwangsläufig wird dadurch impliziert, dass andere Religionen falsch liegen müssen, was ja irgendwie nicht sein kann. Wozu nämlich das (natürlich nur im Extremfall) führen kann, sehen wir im nahen Osten. Und dort wird der Nachwuchs aus genau dem gleichen Grund zum Glauben erzogen - nämlich weil es schon immer so war und “richtig” ist. Die Beweggründe dort sind die gleichen wie hier. Alle denken immer sie handeln richtig. Jemanden schon in eine bestimmte Richtung zu führen (und seien die Absichten noch so ehrenvoll), bevor er selbst bewusst darüber entscheiden kann finde ich persönlich eben absolut falsch.
Ju
20. November 2006 | 22:504
*gäääääääääähn*
über dieses Thema “streite” ich mich mit Sven schon seit Tagen, Wochen, Monaten….Religion ist und bleibt nunmal ein Streitthema.
Jeder vertritt seine Meinung und das ist ja auch recht so. Meine Tochter, die hauptsächlich von mir erzogen wird, weil der gute Mann ja arbeiten muß, wird halt nach meinem Glauben erzogen.
Basta, Diskussion beendet! :d:d:d
Maxi
21. November 2006 | 10:015
Hehehe
SO einfach willst Du dich aus der Affäre stehlen? DAS sag ich der Maya, wenn Sie alt genug is hähä!
Ju
21. November 2006 | 15:556
das darfst du gerne machen
MrsWilliams
21. November 2006 | 19:327
nee ICH erzähl das maya
aber so wie die eltern viele viele andere dinge und werte an das kind weitergeben, gehört auch glauben dazu… glauben ist etwas, das man in sich trägt und das gibt man dem kind automatisch weiter!
fanatismus ist was anderes und der ganze religions-scheiss wird in den medien so richtig schön aufgeputscht! es war schon immer so, dass glauben zu krieg führt etc. aber das heisst ja nicht, dass maya mit 14 zur fanatikerin mutiert, ist bei mir auch nicht passiert
\:d/
Maxi
21. November 2006 | 20:008
Ja aber wenn die Erkenntnis schon so weit ist, dass Glauben zu Krieg führt (oder führen kann), dann wäre das doch zumindest ein Grund dafür, schon mal mit gutem Beispiel voran zu gehen, die Chance darauf zu verkleinern und sein Kind nach moralischen Grundwerten zu erziehen, die aber nicht zwangsläufig etwas mit Glauben zu tun haben müssen. Ausserdem möchte ich darauf hinweisen, dass meines Wissens nur ca. 50% der Eltern von Maya damit einverstanden sind den Glauben an das Kind weiterzugeben.
Fanatismus und “normaler” Glaube sind sicher weit voneinander entfernt, aber die Übergänge sind zwangsläufig fließend.
Hierzu ein Kleiner Abschnitt aus einem Artikel, der auf spiegel.de stand, der Richard Dawkins zitiert:
Das Gehirn von Kindern sei genetisch vorprogrammiert, vermitteltes Wissen von Autoritäten zu speichern. Um einen Vorteil bei der natürlichen Auslese der Evolution zu haben, glaube ein Kind automatisch, was ihm von seinen Eltern oder Lehrern erzählt würde, selbst wenn dies Unsinn wäre. Ein skeptisches Hinterfragen würde in freier Natur das Todesurteil darstellen. „Das Kind kann nicht wissen, dass ‘Paddel nicht im krokodilverseuchten Limpopo-Fluss’ ein guter Ratschlag ist, dass aber ‘Du musst eine Ziege bei Vollmond opfern, da sonst der Regen ausbleibt’ bestenfalls eine Verschwendung von Zeit und Ziegen ist.“
Deshalb seien sie besonders gefährdet vom „Virus der Religion“ befallen zu werden und ihn an die nächste Generation weiterzugeben.
MrsWilliams
22. November 2006 | 18:149
maxi, was du schreibst ist zweifelslos richtig, aber ich weiss, dass ju und sven die kleine maya niemals zu einem glauben (religiösen) erziehen würden, der mit gewalt oder macht zu tun hat.
auch die katholiken haben kriege geführt, das ist tatsache, aber an gott zu glauben und etwas zu haben, an dem man ‘festhalten kann’, kann im leben nicht schaden. Es liegt an den eltern das richtige mit auf den weg zu geben und ich bin sicher, dass ju und sven das können!
Maxi
22. November 2006 | 20:1310
Ich habe in diesem konkreten Fall natürlich ebenfalls überhaupt keine Bedenken, aber wie sagt man so schön: Wehret den Anfängen. Mit einem Extremisten könnte ich diese Diskussion ja sowieso nicht führen. Ich kann diese Diskussion nur mit jemandem führen, der sich meine Argumente anhört und darüber nachdenkt. Und das kann im besten Fall auch nur dazu führen, dass ein Glaube nicht weitergegeben wird, der irgendwann irgendwo vielleicht doch mal in extremer Form Schaden anrichtet. In Amerika nimmt genau das nämlich schon bedrohliche Formen an und beweist, dass das sehr schnell von “normal” zu fundamentalistisch umschlagen kann:
> Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup ergab, dass in den USA rund 45
> Prozent der Erwachsenen glauben, dass Gott den Menschen innerhalb der
> vergangenen 10.000 Jahre geschaffen hat.
He sorry - da setzt halt bei mir echt aus
MrsWilliams
23. November 2006 | 08:5011
ok, sowas amüsiert mich eher als dass es mich aufregt :d die amis sind ja im allgemeinen nicht besonders dicht…
wer die bibel wort für wort ernst nimmt, ist in meinen augen auch nicht ganz sauber im hirn, aber wer die bildnisse daraus erkennen kann, ist schon einen grossen schritt weiter.
die menschen, die auf diese art und weise glauben, glauben ja auch nicht an gott in sich, sondern an gott als ‘toten menschen’ und in dem moment kann ich mir nur an die stirn fassen!
aber auch das wäre wieder einmal in stundenlangen diskussionen auseinander zu rupfen!
fakt ist, dass glauben ein sicheres inneres gefühl gibt, eine schützende hand über sich zu fühlen ist beruhigend…