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Donnerstag 04.06.2009

So gegen 19 Uhr kam Sven von der Arbeit, also endlich Zeit für mich und mein Sofa. Da fielen mir zum ersten Mal diese komischen Schmerzen auf, wußte sie aber nicht genau einzuordnen. War ich doch schon des öfteren mit Fehlalarm in der Uni. Ich fing also an auf die Uhr zu achten und bemerkte, das ich alle 5 Minuten Wehen hatte. Habe dann im Kreissaal angerufen und die Hebamme riet mir, erstmal noch für 15 Minuten in die Wanne zu steigen, vielleicht beruhigt sich ja alles wieder. In der Wanne wurden die Schmerzen allerdings nicht besser, wir telefonierten mit Oma und Opa damit sie Maya abholen und wir wollten doch mal in die Uni fahren, sicher ist sicher.

Um 21 Uhr waren wir dann im Kreissaal, das CTG zeigte schon schöne Wehen und ich mußte mittlerweile auch ganz schön veratmen. Ich verlor das Bewußtsein für die Zeit, ich hatte nur noch Schmerzen und sah Sven blass in der Ecke mit einem sorgenvollen Gesicht sitzen. Ich wollte ihn absolut nicht in meiner Nähe haben, mir war so heiß, ich hatte unendlich Schmerzen…..Er war auch sehr aufgeregt und hatte so schweißnasse Hände, das ging mal gar nicht. Ich brauchte die kühle Hand der Hebamme zum zerquetschen und ihre Atmungsanleitung. Gottseidank war die dauernd da. Irgendwann kam die Ärztin endlich. Muttermund schon bei 3 cm, das muß gegen 22 Uhr gewesen sein. Tja, und nun was tun??? Die Hebammen und die Ärztin waren sehr nett und meinten, das sei eine optimale Ausgangssituation für eine natürliche Geburt, sie gehen den Weg zusammen mit mir. Allerdings wollte ich ja seit Beginn der Schwangerschaft wieder einen Kaiserschnitt und geplant war er ja schon und das ist meine Vorstellung der Geburt gewesen, so hab ich es mir gewünscht, so kenne ich denn Ablauf. Nach der nächsten schmerzhaften Wehe stand fest, ich fahr in den OP, ich will meinen Kaiserschnitt. Also wurde alles dafür vorbereitet, Zugänge und Blasenkatheter gelegt und ich bekam sehr oft Wehenhemmer gespritzt, da der Herr es echt eilig hatte. Der Anästhesist brauchte eine Ewigkeit bis er da war und wir die Aufklärung machen konnten. Ich hätte in dem Moment alles unterschrieben, hauptsache es ging dann bald in den OP und ich bekomme meine Spinalanästhesie, damit die Schmerzen weg gehen.

00.05 Uhr war ich dann endlich im OP. Die Spinale wurde gelegt und endlich endlich waren die Schmerzen weg. Mir ging es richtig gut, die Schmerzen sind weg, der Schatz sitzt neben mir und wir halten in wenigen Minuten unseren Schatz im Arm. Um 00.44 Uhr ist es dann endlich soweit, Mattis ist da! Er wird in warme Handtücher gehüllt und darf zu mir auf den Arm. Wir sind überglücklich, nach ca. 5 Minuten muß Mattis wieder nach oben in den Kreissaal, da es im OP zu kalt für ihn ist. Dort wird er dann untersucht und angezogen, Sven geht mit ihm hoch. Währenddessen werde ich noch zugenäht und unterhalte mich mit dem Anästhesieteam und höre den Ärzten hinter dem grünen Tuch zu. Die OP ist vorbei, die Ärztin kommt zu mir und sagt, das die OP gut verlaufen ist, allerdings hätte ein Gefäß ein bisschen Schwierigkeiten gemacht, aber sie haben es gut versorgt. Gegen 1.15 Uhr bin ich im Aufwachraum und warte auf den Liebsten und den kleinen Mattis……

Es wird 2 Uhr und noch ist keiner der beiden bei mir, ich frage doch mal die Nachtschwester was denn los sei, wo die bleiben. Sie will im Kreissaal anrufen und nachfragen. Sie kommt wieder zu mir und sagt mir, das es Mattis nicht so gut geht, er hätte Probleme mit der Atmung und muß überwacht werden. Sven ist bei ihm, ein kleiner Trost. Ich mache mir große Sorgen. Es kommt die Hebamme vorbei und bringt mir 2 Bilder von Mattis, es geht ihm immer noch nicht besser. Er muß evtl. in ein anderes KH mit Kinderintensivstation verlegt werden. Zwar sind wir extra in die Uniklinik mit Kinderintensivstation, jedoch ist diese überbelegt. Das hätte mir ja gerade noch gefehlt, aber egal, hauptsache dem Kleinen gehts gut. Gegen 3.30 Uhr kommt die Hebamme mit Mattis. Ich darf ihn 4 Minuten auf den Arm nehmen, danach muß er wieder runter zur Überwachung, die Kinderärzte haben immer noch kein grünes Licht gegeben.

5 Uhr morgens: Die Nachtschwester kommt wieder zu mir. Sie richtet mir Grüße von meinem Mann aus, er ist nach Hause zum Schlafen. Mattis geht es wieder besser, er hat sich erholt und die Kinderärzte geben grünes Licht, er wartet auf der Wöchnerinnenstation, auf die ich gleich verlegt werde. Ich werde mobilisiert, steh zum ersten Mal auf und werd gewaschen. Um 7 Uhr kommt Sven wieder und ich werde auf die Wöchnerinnenstation geschoben.

RSS Trackback URL Ju | 11. Juni 2009 (23:36)

Mattis, Mama Ju

1 Kommentar

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  1. 1

    Ist ja schön, dass sich Mattis noch so gut erholt hat. Und sicherlich auch gut, dass er jetzt selbst entschieden hat, wann er kommen wollte. Sicherlich gibt es einige Mütter, die neidisch sein werden, wenn sie lesen, dass Du eigentlich die optimale Ausgangssituation für eine normale Geburt hattest, aber lieber einen Kaiserschnitt wolltest. Aber das muss ja jeder selbst wissen. Ich kann nur sagen, meine zwei Geburten waren heftig, aber eine tolle Erfahrung und ich bin auch stolz darauf, das geschafft zu haben. Die ungeplante Hausgeburt von Marvin war dann noch das i-Tüpfelchen, Hebamme, die man schon kennt, im eigenen zu Hause…

    Ganz liebe Grüße an Euch vier
    Babs

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